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  • 10. Internationales Mandolinen- und Gitarrenfestival mit Festivalorchester

    in Stein/NL am 21. und 22.03.2026

    Hier nochmals ein Aufruf für alle, die es bisher nicht mitbekommen, verdrängt oder vergessen haben sollten:

    Die „Stichting International Mandolin & Guitar Meetings“ veranstaltet am 21. und 22. März das 10. Internationale Mandolinen- und Gitarrenfestival. Diesmal allerdings an einem anderen Ort, nämlich im Maaslandcentrum, Burg, Burgemeester Maenenstraat 45, 6181 EA Elsloo / NL,

    Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall. Wieder einmal eine einmalige Gelegenheit, an zwei Tagen eine Vielzahl von Orchestern zu hören oder sich in der wieder vorhandenen Instrumenten- und Notenausstellung umzuschauen!

    Alle relevanten Infos zum Festival gibt es unter: https://img-meetings.de/

  • Landesmusikfest 2025 ein voller Erfolg!

    Landesmusikfest 2025 ein voller Erfolg!

    Landesmusikfest ein voller Erfolg!

    © (Red.)

    In der prächtigen Stadthalle in Mülheim an der Ruhr fand am 3. und 4. Oktober 2025 das Landesmusikfest des BDZ NRW in Verbindung mit den Mülheimer Zupfmusik-Festival und dem Jugend-Zupf-Treffen statt.

    Die Mitglieder des vor Ort ansässigen Mülheimer Zupforchesters sorgten mit Unterstützung des Vorstandes des BDZ NRW für eine reibungslose Planung und Koordination, bei der keine Fragen offenblieben. Zwar wären teilweise weitere Räumlichkeiten zum Einspielen der jeweils teilnehmenden Orchester wünschenswert gewesen, um nicht auf umliegende Schulen ausweichen zu müssen, jedoch ließen die örtlichen Gegebenheiten diese Alternative leider nicht zu. 

    Im Vorfeld wurden Fragebögen an die teilnehmenden Orchester versendet und Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmale der Teilnehmer abgefragt. Die dadurch gewonnen amüsanten Erkenntnisse flossen in sehr unterhaltsamer Form in die Moderation der durchweg gut besuchten einzelnen Konzerte ein – einige kleine Kostproben werden in diesem Bericht noch folgen.

    © Juana Keinemann: Das Moderationsteam Loreley Schenk und Mark Stecken

    Mark Stecken und Loreley Schenk führten das Publikum mittels eines jeweiligen Dialoges in charmanter Weise durch jedes einzelne Konzert und konnten dadurch auch die erforderlichen Umbauarbeiten auf der Bühne zwischen den Auftritten der einzelnen Orchester kurzweilig überbrücken.

    Das Festival startete am 03.10. um 10:30 Uhr mit der Eröffnungs-Matinée, in der bereits die volle Bandbreite der Zupfmusik in Form von klassischer bis virtuos-zeitgenössischer Orchesterliteratur durch Jung und Alt dargeboten wurde.

    © Juana Keinemann: Lots of Strings

    Unter der Leitung von Michael Braun eröffnete das erst 2022 gegründete Jugend-Ensemble Lots of Strings das Konzert mit einem Durchschnittsalter von gerade einmal 10 Jahren und überzeugte die Zuhörer mit einer ausgewogenen und homogenen Aufführung mehrerer kurzen Werke: Let’s go forward von Pieter van der Staak, Bransle de Montirande von Michael Praetorius, arretiert durch Michael Esch, He’s a pirate  von Klaus Badelt und Hans Zimmer, dem Englischen Tanz von Elke Tober-Vogt oder dem Stück The Wellerman, arretiert durch Juana Keinemann.

    © Juana Keinemann. Iain Lennon

    Der erfahrene und vielseitige Mandolinensolist und Musikpädagoge Iain Lennon bewies mit der Aufführung des von Jürg Kindle anspruchsvoll und zeitgenössisch komponierten Satzes Hephaistos (Anm.: Gott des Feuers, der Schmiedekunst und der Vulkane aus der griechischen Mythologie) aus dem Stück „Mandopolis“ – 12 Fantasien für Scordatura Mandoline, dass ein Instrument auch während des Spiels nahtlos und ohne Unterbrechung in eine andere Tonart umgestimmt werden kann.

    Bildnachweis: https://www.zupfmusik-festival.de/teilnehmende-orchester/vereinsorchester/muelheimer-zupforchester-mzo/

    Das Mülheimer Zupforchester unter der Leitung von Karsten Richter, der für den kurzfristig erkrankten Dirigenten Dominik Hackner einsprang, präsentierte mit einer perfekten Dynamik die in vielen Orchestern bekannte Münchner Residenzmusik von Rudolf Lück, gefühlvoll die Canzona und Fantasia von Marcel Wengler und sehr ausdrucksstark das Stück Antiche Danze ed Arie von Ottarino Respighi.

    © Juana Keinemann: Wittener MGO 1929

    Das Wittener Mandolinen- und Gitarrenorchester 1929 unter der Leitung von Reinhard Busch schloß die Eröffnungs-Matinée ab mit dem 

    Trio D-Dur von Giovanni Battista Cedronio in einer Bearbeitung von Reiner Stutz – stilecht mit einem als Basso continuo eingesetztem Cembalo und einer fein akzentuierten Spielweise – gefolgt von dem stimmungsvollen und sowohl melodische als auch zeitgenössische sowie Jazz-Style-Passagen enthaltenden Stück Ceciliana von Claudio Mandonico.

    © (Red.) Schülerband „Raining-Stardust“

    Sowohl in der sich anschließenden Mittagspause als auch in den weiteren Pausen des Festivals konnten sich die Teilnehmer in der Cafeteria mit reichlich angebotenen Snacks und Getränken stärken – jeweils untermalt von den Schülerbands No Name, still unBEATable und Raining-Stardust

    © Juana Keinemann: Joachim-Trekel-Musikverlag

    Wie es sich für ein Zupfertreffen gehört, waren selbstverständlich auch der PAN-Verlag und der Joachim-Trekel Musikverlag mit ihrem umfangreichen Repertoire vertreten. 

    Für Zupfer immer wieder eine Freude, in den zahlreich angebotenen Noten und Zubehörartikeln zu stöbern und immer wieder etwas Neues zu entdecken. So konnten auch individuelle Fragen zum Niveau und zur Spielbarkeit beantwortet werden. 

    Beeindruckend ist auch immer wieder, welche Zubehörgegenstände mit Zupfmusik in Verbindung gebracht werden können. Sei es Pfannenwender in Gitarrenform, Backformen, Blöcke, Stifte, Socken oder was auch immer!

    © Juana Keinemann: PAN-Verlag

    © Juana Keinemann: Instrumentenausstellung

    Bereichert wurde das Festival ebenso durch eine große Instrumentenausstellung, in der gleich die Instrumente von sage und schreiben acht (!) Instrumentenbauern begutachtet, probe gespielt und erworben werden konnten. Es waren vertreten: 

    –   Gitarrenbau Markus Dietrich samt Mandolinen

    –   Mandolinenbau Elmar Geilen

    –   Gitarrenbauwerkstatt Hermann Gräfe

    –   Zupfinstrumentenbau Bruni Jacob

    –   Mérida Gitarren Musik Lenz

    –   Gitarrenbau Katharina Wolff

    –   Zupfinstrumentenbau KG Wünsche (Knorr-Mandolinen)

    –   Zupfinstrumentenbau Peter Ziegler

    © Juana Keinemann: Instrumentenausstellung

    Eine größere Auswahl an Instrumenten einschließlich der Möglichkeit eines direkten Vergleichs wird sich nur selten bieten.

    © Juana Keinemann: Kinder- und Jugendecke

    Auch der eigens eingerichtete Kinder- und Jugendbereich mit diversen Unterhaltsangeboten – geleitet von Lea Busch und Cedric Meysing – fand regen Zuspruch und für die Bastelangebote konnten sich selbst ältere, aber gleichwohl noch jung gebliebene Zupfer begeistern.

    © Juana Keinemann: Dirigier-Workshop

    Am frühen Nachmittag konnten interessierte Festivalteilnehmer am von Iain Lennon geleiteten Mitmach-Workshop „Dirigieren für Anfänger“ teilnehmen und die ersten Grundlagen des Dirigats erfahren und sogleich am sehr gut auf das jeweilige Dirigat reagierende Versuchsorchester ausprobieren. 

    Dabei konnten die Teilnehmer erst in der Gruppe die ersten Bewegungen des Dirigats einstudieren und daran anschließend jeder einzelne alleine vor dem Versuchsorchester – schon eine ganz andere Herausforderung, so alleine vor einem Orchester zu stehen und den Taktstock zu schwingen!

    © Juana Keinemann: Workshop Fördermittel

    Über das für Orchester immer wichtige Thema „Wo erhalte ich Fördermittel“ referierte sodann Karsten Richter im entsprechenden Info-Workshop.

    Unter der Rubrik „Vivaldi meets Coldplay“ stand um 14:30 Uhr bereits das nächste Konzert an. 

    © Juana Keinemann: Gitarrenensemble Mülheim

    Zur Eröffnung spielte das Gitarrenensemble der Musikschule Mülheim an der Ruhr unter der Leitung von Andrea Grüter. 

    Entgegen der Praxis in den vorherigen Proben schafften es diesmal sogar alle Spieler, mit Fußbank auf der Bühne zu erscheinen! Soweit also das Alleinstellungsmerkmal des Gitarrenensembles der Musikschule Mülheim an der Ruhr. 

    Die Gitarristen wussten sodann das Publikum zu begeistern mit Last Door Left von Jörn Michael Borner, mit Waiting For Love von Avicii (arr. Andrea Grüter) sowie mit Viva La Vida von Coldplay und dem abschließenden Gitmo-Rock von Friedrich Herweg.

    © Juana Keinemann: Juniorzupfer aus Myhl

    Die Juniorzupfer der Mandolinenspielschar Myhl unter der Leitung von Valeria Henschke übernahmen mit einem Durchschnittsalter von 12 Jahren und einem Gesamtgewicht unterhalb von 500 kg. 

    Dieses musikalische Leichtgewicht präsentierte dann aber sehr souverän den 2. Satz (Andante) aus dem Konzert G-Dur (RV 532) für zwei Mandolinen und Orchester von Antonio Vivaldi (bearb.: Rob von Teseling) und schlug mit Comptine d’un Autre été von Yann Thiersen und Nessaja von Peter Maffay (bearb.: Rainer Dettmer) den Bogen zur Unterhaltungsmusik. 

    Abschließend glänzten die Juniorzupfer mit Bille Jean von Michael Jackson (bearb.: Rainer Dettmer) unter Einsatz eines eBasses nebst Percussion und einer im Michael-Jackson-Outfit stilgerecht verkleideten und agierenden Dirigentin. 

    © Juana Keinemann: Spielschar Myhl

    Den Abschluss dieses Konzertes bildet die Mandolinenspielschar Myhl unter der Leitung von MartinWallraven. 

    Als Alleinstellungsmerkmal konnten die Musiker zwar weder mit ihrem Durchschnittsalter von 48 Jahren noch mit ihrer Durchschnittsgröße von 1,78 m punkten, wohl aber mit ihrem Vereinsnamen. In der Zupfmusikszene gibt es eine Vielzahl von Orchestern oder Ensembles, aber die Vereinigung unter der Bezeichnung „Spielschar“ dürfte ihresgleichen suchen.

    Dass alte bekannte Ouvertüren mit ihren schönen elegischen Tremolopassagen und brillanten und perlenden Läufen quer durch alle Stimmen nach wie vor ihre Existenzberechtigung in der Orchesterliteratur haben, zeigten die Musiker eindrucksvoll und harmonisch mit L’étoile du Bonheur von Guiseppe Frendo. Mit starken Einlagen der Percussionisten ging es dann modern weiter mit Viva la vida von Coldplay (arr.. Martin Wallraven). 

    Den Schlußpunkt des Konzertes sollte die sowohl einfühlsame als auch fetzige Evergreen-Ballade Music (… was my first love) von John Miles (arr.: Ingo Brzoska) bilden. Doch angesichts einer überaus gelungenen Darbietung entließ das Publikum die Spielschar nicht ohne eine Zugabe: einem Auszug aus Pirates of Zimmer von Hans Zimmer (bearb. Valdo Preema), allen bekannt aus dem Kinofilm „Fluch der Karibik“.

    © Juana Keinemann: Workshop Improvisation

    Nach der Kaffeepause zeigte Iain Lennon zahlreichen Teilnehmern des Mitmach-Workshops „Freies Spiel und Improvisieren“ entsprechende Grundlagen und dafür  erforderliche und/oder nützliche Spieltechniken.

    Das abendliche Festkonzert ab 19 Uhr begann zunächst mit einem schönen und netten Grußwort des Bürgermeisters der Stadt Mülheim, Marc Buchholz, sowie der Festivalleitung, bestehend aus Karsten Richter als Präsident des BDZ NRW und der sichtlich emotional bewegten Silke Schenk als Vorsitzende des Mülheimer Zupforchesters.

    Die Eröffnung des Festkonzerts übernahm das Mülheimer Zupforchester – wieder vertretungsweise unter der souveränen Leitung von Karsten Richter und mit einer „Gesamt-Fußlänge“ von 14,7 m als Alleinstellungsmerkmal. Noch gut aufgewärmt und aufeinander eingespielt von dem morgendlichen Auftritt ging es in beeindruckender Weise los mit Canarios, einer Komposition von Keith David Harris frei nach Gaspar Sanz, gefolgt von der tollen melodiösen und mit markanten rhythmischen und zeitgenössischen Effekten überzeugenden Uraufführung Molecular Miniatures op. 75 für Zupforchester von Dominik Hackner – einer klaren Empfehlung für die künftige Orchesterliteratur in der Zupferszene! 

    Beim anschließenden Concerto capriccioso für Solo-Mandoline und Zupforchester von Herbert Baumann glänzte die Solistin Antonia Platzdasch mit sauberem und klarem, allerdings auch recht bravem Spiel. Letzteres war augenscheinlich auf den krankheitsbedingten Ausfall von Dominik Hackner als ursprünglich vorgesehener Dirigent und dem auf Sicherheit bedachten Vertretungsdirigat zurückzuführen. Mit ihrem glasklar perlenden Spiel zeigte Antonia Platzdasch jedoch, dass auch das über Jahrzehnte in der Orchesterliteratur vorhandene Solokonzert von Herbert Baumann immer wieder seine Existenzberechtigung hat und eine solistische Bereicherung eines jeden Konzertes ist: solistisch virtuos, moderat modern und immer wieder schön und eingängig zu hören!

    © Juana Keinemann: Gitarrenensemble Rheine

    Es folgte das Gitarrenensemble Rheine unter der Leitung von Anja Korthaneberg mit der akuraten und ausgewogenen Canzona (seconda) von Giovanni Gabrieli (bearb.: Ingo Brzoska), dem gefühlvollen Rosinkes met Mandelen von Abraham Goldfaden (bearb.: Ingo Brzoska) und dem Cantabile von Edson Lops mit einem schönen sonorigen Klang dank des Einsatzes einer Bassgitarre. Träumend schön ging es weiter mit Nebulae von Olga Amelkina-Vera und endete schwingend mit dem Walzer Nr. 2 von Dmitri Schostakowitsch.

    Bildnachweis: https://www.zupfmusik-festival.de/teilnehmende-orchester/verbandsorchester/landeszupforchester-nrw/

    Den Abschluss des freitagabendlichen Festkonzertes bildete eine Kooperation des LandesZupfOrchesters Nordrhein-Westfalen „fidium concentus“ mit dem ZupfOrchester Rheinland-Pfalz unter der Leitung von José Antonio Zambrano Rivas. 

    Das Gemeinschaftsorchester startete schwungvoll und in technischer Perfektion mit dem Danse Macabre von Camille Saint-Saents (bearb. Christopher Grafschmidt) und zeigte auch in den Sätzen Hymne au Village Célesteund Dénouement aus A Baker’s Tale von Davis Jason Snow, wie synchron einzelne Stimmen in einem großen Orchester spielen können. 

    Nach dem themenreichen und bewegten Azúcar von José Antonio Zambrano Rivas griff der Komponist und musikalische Leiter des Gemeinschaftsorchester zu einer das Orchester begleitende venezolanischen Cuatro und beschloss das Festivalkonzert mit dem traditionellen und von ihm bearbeiteten Stück La Bikina mit südamerikanischem und temperamentvollem Flair. Kein Wunder, dass die beiden Orchester nicht ohne Zugabe in den ausklingenden Abend entlassen wurden.

    © Juana Keinemann: Moderationsteam Loreley Schenk und Mark Stecken

    Der Samstag, der 04.10.2024, startete als zweiter Festivaltag mit der bereits vom Vortag bekannt charmanten Moderation von Mark Stecken und Loreley Schenk und dem Konzert „Song And Dances“. 

    © Juana Keinemann: Kinder-Zupfensemble Essen

    Die 6 Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren des Kinder-Zupfensembles der Folkwangmusikschule Essen unter der Leitung von Peter Jonen starteten das morgendliche Eröffnungskonzert mit einem bunten Blumenstrauß bekannter und moderner Stücke – überzeugend und mit voller Konzentration dargeboten: 

    We will rock you von Brain May, Cornflakes von Marco Schmidt, Get that Jazz von Felix Janosa, Hejo spann den Wagen an (trad.) mit schöner wohlklingender Tonbildung und jedem aus dem Film „Madagascar“ bekannten und dort von King Julien gesungenen I like to move it von Erick Morillo. 

    Ein gelungener Auftritt des Kinder-Zupfensembles mit eingängigen und schönen Stücken!

    © Juana Keinemann: MO „Harmonie“ Dinslaken

    Das Mandolinenorchester „Harmonie“ Dinslaken-Barmingholten mit „gesellig ambitionierten“ Spielern zwischen 15 und 88 (!) Jahren unter der bekannt-bewährten Leitung von Michael Jakob führte den Faden der „Gute-Laune-Musik“ nahtlos weiter mit Celtic fairies von Bruno Szordikowski und bot die einzelnen Sätze frisch bewegt und mit überzeugender Spielfreude dar. Diese leitete nahtlos über in die Danza Luisa von Bernd Steinmann mit einer darin enthaltenen flotten Rumba, einer elegischen Concionetta und einem mit grollendem Bass einleitenden temperamentvollen spanischen Vals. Dem Drängen der zahlreichen Zuhörer nach einer Zugabe kamen die Musiker mit dem traditionellen und von Michael Jakob arretiertem Bella Ciao gerne nach.

    © Juana Keinemann: SZO „altra volta“

    Das SeniorenZupforchester NRW (SZO) „altra volta“ unter der Leitung von Maxim Lysov leitete mit Entree und Springtanz von Michael Praetorius (bearb.: M. & M.A. Wiesenekker) schwungvoll über in das besinnliche und sehnsuchtsvolle Ständchen (Serenade) D 957 Nr. 4 von Franz Schubert (bearb.: Valdo Preema). Mit dem wunderschönen romantischen und zum Träumen verleitenden Walzer Yurubi von José Antonio Zambrano Rivas ging es weiter zu den Sätzen Andante Melanconico und dem schwungvollen Allegro con brio aus dem zur Jahreszeit passenden Indian Summer von Klaus Schindler. 

    Ein Bild, das Häkelei, Faden, Stricken, Blume enthält.

KI-generierte Inhalte können fehlerhaft sein.Und natürlich – wer das SZO „altra volta“ bereits mehrfach gesehen und gehört hatte und die unverkennbaren Anzeichen wie etwa die kaktusgrünen Notenmappen und die individuellen Anstecker an den Revers der einzelnen Spieler zu deuten wusste – verabschiedete sich das SZO mit „seinem“ Evergreen: 

    Mein kleiner grüner Kaktus von Max Raabe, gespielt vom SZO und gesungen von Maxim Lysov!

    © (Red.) Stefanie Hackner und Monika Oesterwind beim Workshop „ZupfZauber“

    Nach der Mittagspause bot der Info-Workshop: ZupfZauber ist keine Zauberei vom Mülheimer Zupforchester interessante Anregungen zur Nachwuchsgewinnung über ein städtisches Ferienportal. Die Dozentinnen Stefanie Hackner und Monika Oesterwind referieren aus eigener Erfahrung, 

    wie ein solcher Kinderferienworkshop gestaltet und den Kindern Freude an der Zupfmusik vermittelt werden kann, damit diese auch weiterhin in einem Unterricht oder in einer Gruppe musizieren wollen. Das A und O jedes Orchesters, das auf Nachwuchs bedacht ist!

    © Juana Keinemann: Workshop Nachwuchs

    Auch Jeanette Mozos del Campo bot mit ihrem sich anschließenden Info-Workshop „Wie finden wir Nachwuchs für unser Orchester?“ interessante Ansätze, wie und wo sich Aufmerksamkeit für Zupfinstrumente erzeugen lässt, wie sich Kontakt zu den Eltern potentieller Schüler herstellen lässt wie etwa über einen Tag der offenen Tür oder über verschiedene Konzert-Modelle, wie man solche Maßnahmen angeht und wie und wo man Hilfe und Unterstützung erhalten kann.

    In dem Nachmittagskonzert „Händel, Debussy und Glass“ ging es dann schwerpunktmäßig um barocke bis moderne Musik:

    ©: Juana Keinemann: MO Jülich-Koslar

    Das Mandolinen-Orchester Rurtal 1928 Jülich-Koslar e.V. unter der Leitung ihrer jungen, aber überaus überzeugenden und souveränen Dirigentin Anna Burova startete akzentuiert und präzise mit Battalia von Heinrich Ignaz Biber. Bei dem folgenden anspruchsvollen Gollywog’s Cakewalk von Claude Debussy vermochte die Dirigentin die einzelnen Stimmen im perfekten Gegensatz zueinander in Szene zu setzen. Danach interpretierten die Zupfer die Melodiebögen in dem Stück Tanti Anni Prima von Astor Piazolla auf wunderschöne Art und Weise und verabschiedeten sich temperamentvoll mit der Danza Cubana von Dominick Hackner.

    © Juana Keinemann: JuZO NRW

    Das seit Februar 2025 wiederbelebte und mit einem Durchschnittsalter von 12,7 Jahren sehr junge Juniorzupforchester NRW unter der Leitung von Peter Jonen bot bereits bei seinem Auftritt mit rd. 30 Spielern und sage und schreibe 3 Kontrabässen einen imposanten Anblick. 

    Das Alleinstellungsmerkmal dieses Orchesters: rund 1/3 seiner Spieler kann mit den Ohren wackeln! 

    Von einem Wackeln in musikalischer Hinsicht war allerdings weder bei dem ersten Stück Klangfarben von Franziska Henke noch bei dem folgenden romantischen Kassiopeia von Urmas Sisak rein gar nichts zu spüren. Das Orchester folgte exakt und homogen den Anweisungen des Dirigenten. 

    Auch das Allegretto con moto aus dem Indian Summer von Klaus Schindler präsentierten die jungen Zupfer souverän und verabschiedeten sich mit einer überzeugenden und manchen Erwachsenenorchestern in nichts nachstehender Aufführung des Inspector Clouseau Theme von Henry Mancini (bearb.: Robert Longfeld). 

    Kompliment an dieses junge und große Orchester für den ersten Auftritt nach sehr langer Zeit in völlig neuer Besetzung! Das macht Lust auf mehr!

    © Juana Keinemann: BZO Dortmund

    Das BezirksZupfOrchester Dortmund unter der Leitung von Reinhard Busch und Saily Schulte-Maredo trat sodann nicht in der klassischen Orchesterform auf, sondern in einem einzigen Halbkreis und die einzelnen Stimmen auch noch jeweils etwas voneinander räumlich getrennt. Eine für kleinere Orchester und Ensembles interessante und durchaus empfehlenswerte Auftrittsvariante, bei der die einzelnen Stimmen sehr gut zur Geltung kommen. Davon konnten sich die Zuhörer bei der sehr sauberen und facettenreichen Interpretation des Concerto a più isttrumenti, op. VI, 4 von Evaristo Felice Dall’Abaco (bearb.: Reinhard Busch) durchaus überzeugen. Ebenso wurden die Sätze Polka… miseria!La Ballata degli spilli und Quadriglia diabolica aus der anspruchsvollen Suite Immaginaria von Gianluca Fortino energisch und mit feiner Spieltechnik dargeboten. Ein exzellenter Abschluss und Höhepunkt des Nachmittagskonzerts!

    © Christine Neuhaus: Festival-Projektorchester

    Das nach der Kaffeepause stattfindende Festival-Projektorchester sollte ursprünglich von Dominik Hackner geleitet werden. Aufgrund dessen kurzfristiger Erkrankung übernahm Maxim Lysov stellvertretend die Leitung. Die zahlreichen aus den verschiedensten Orchestern kommenden Teilnehmer konnten sich die aufgelegten Noten bereits zu Hause dank eines Links auf der Festivalhomepage herunterladen, zu Hause ausdrucken und vorab bereits anschauen. In der öffentlichen als Workshop ausgestalteten Probe führte Maxim Lysov diese Bemühungen bei dem lebhaften El Fuego Brillante op. 70 von Dominik Hackner rasch und gekonnt mit genauen Vorstellungen einzelner Passagen zusammen. 

    Durch das folgende und aus mehreren Sätzen bestehende Stück Hellas von Aris Alexandros Blettenberg mit seinen teilweisen ungewohnten Rhythmen und Taktarten wusste sich der Dirigent gut zu retten und überzeugte die Teilnehmer dank seines professionellen Dirigats, dass auch der letzte Satz eines Stückes dann zu Ende ist, wenn er es mit dem Taktstock angibt – auch wenn sich auf der letzten hinteren Seite der Partitur – vom Dirigenten zum Amüsement der Orchesterteilnehmer nicht bemerkt – noch ein Finale befindet. Nach allgemeiner Heiterkeit und das Finale natürlich nachholend entließ Maxim Lysov die Teilnehmer schließlich mit der Rêverie de Poète von Giuseppe Manente (bearb. Dominik Hackner) in die weitere Verschnaufpause vor dem abendlichen Abschlusskonzert.

    © Juana Keinemann: JZO NRW

    Im abendlichen Festival-Abschlusskonzert startete das JugendZupfOrchester NRW unter der Leitung von Luke Pan mit einem Durchschnittsalter von 21 Jahren und mit dem recht langen Orchesterquartett in F-Dur von Carl Stamitz (bearb.: Marga Wilden-Hüsgen) – nicht zu verwechseln mit dem in vielen Orchestern altbekannten Orchesterquartett in C-Dur von Stamitz. Das JZO präsentierte das Stück über alle Sätze hinweg mit erfrischender Klarheit und einer perfekten Spielweise.

    Einfühlsam und dem musikalisch hohen Niveau des JZO eher entsprechend folgten mit viel Spielfreude die Rumänischen Volkstänze von Béla Bartók. 

    © Juana Keinemann: The Strings/NL

    Das aus den Niederlanden angereiste Mandoline-Ensemble „The Strings“ unter der Leitung von Annemie Hermans wusste zunächst mit virtuosen Solo-Passagen der langjährigen Konzertmeisterin Annemie Hermans im Quartetto la maggiore von Francesco G. Giuliani (bearb.: Marga Wilden-Hüsgen) zu überzeugen. Leicht melancholisch und mit einem schön gestrichenem Kontrabaß sowie mit akzentuierten Mandola- und Gitarrenpassagen ging es mit Petite promenade à Marseille von Francesco Civitareale auf einen kleinen Spaziergang durch die verschiedenen Stadtviertel von Marseille mit ihren jeweiligen kulturellen Besonderheiten. Dem sich anschließenden sehr anspruchsvollen und sehr zeitgenössischem, gleichwohl gekonnt dargebotenen Werk Sadoc von Juan Carlos Munoz hätte eine Erläuterung für die Zuhörer zum besseren Verständnis gutgetan.

    © Juana Keinemann: Grenzland-ZO Aachen

    Den Abschluss des Konzerts bildete das Grenzland-Zupforchester Aachen unter der Leitung von Josef Wieland mit dem die künftige Orchesterliteratur sicherlich bereichernden und von David Laheurte komponiertenMandoline Project – Romance métallique mit besinnlichen und fetzigen Momenten. Nach dem geheimnisvollen Remember the Forgotten von Franziska Henke endete das Konzert schließlich mit dem wunderschönen und abwechslungsreichen, aber anspruchsvollen Stück Daintree von Richard Charlton, das den Daintree-River im gleichnamigen Nationalpark in North Queensland in Australien eindrucksvoll beschreibt.

    Damit ging das Landesmusikfest des BDZ NRW in Verbindung mit dem Mülheimer Zupffestival 2025 und dem Jugend-Zupf-Treffen leider schon dem Ende zu. Nach einem vergnüglichen Ausklagen wünschte sich manch einer, dass das Festival durchaus noch einige Tage hätte dauern können – so beeindruckt von der Vielzahl der tollen Orchester, den netten und sympathischen Menschen, denen man in der Zupferszene wieder einmal begegnen durfte, dem ganzen Drumherum mit schönen Instrumenten, vielen Noten samt Zubehör und vielen Gelegenheiten, alte Bekanntschaften wieder aufzufrischen oder neue zu knüpfen.

    Allen Beteiligten, die dieses Musikfest zu einem besonderen Erfolg haben werden lassen, gleich ob vor oder hinter den Kulissen, sei herzlich gedankt! 

    Bildnachweis: https://www.zupfmusik-festival.de/teilnehmende-orchester/vereinsorchester/muelheimer-zupforchester-mzo/

    Ein ganz besonders großer Dank gilt den Mitgliedern des vor Ort ansässigen Mülheimer Zupforchester, die keine Mühen und keinen zeitlichen Aufwand gescheut haben, das Festival zu einem besonderen Event werden zu lassen.

    Dieses großartige Ereignis wird noch lange in Erinnerung bleiben und lässt viel Vorfreude auf das nächste „Groß-Event“ in Sachen Zupfmusik aufkommen: dem „BDZ eurofestival zupfmusik 2026“ vom 14. Mai bis zum 17. Mai 2026 in Bruchsal.

  • Mülheimer Zupfmusik-Festival 2025

    Mülheimer Zupfmusik-Festival 2025

    Das Mülheimer Zupforchester (MZO) und der Bund Deutscher Zupfmusiker Landesverband NRW e.V. (BDZ NRW) veranstalten in Kooperation am 3. und 4. Oktober 2025 ein gemeinsames Zupfmusikfestival in der Stadthalle in Mülheim an der Ruhr. 

    Ziel ist es, die Vielfalt der Zupfmusik des Landes Nordrhein-Westfalens zu präsentieren sowie nationale und internationale Gäste erstmals in Mülheim an der Ruhr zu versammeln. Zugleich wird das Mülheimer Zupffestival auch das Landesmusikfest 2025 des BDZ NRW sein, welches alle vier Jahre stattfindet. Ein besonderer Schwerpunkt des Festivals liegt bei der Jugend, für die es zahlreiche Angebote geben wird, bei denen die Freude am gemeinsamen Musizieren im Vordergrund steht. Teilnehmen können alle an der Zupfmusik interessierten Personen. Wir freuen uns auf ein gemeinsames Zupfevent – erstmals in Mülheim an der Ruhr – und freuen uns über zahlreiches Publikum!

    Der Eintritt ist frei!

    Weitere Informationen unter: https://www.zupfmusik-festival.de

  • Dirigierseminar für Studierende und Absolvent*innen

    Du studierst aktuell Mandoline oder Gitarre oder hast bereits einen Abschluss?

    Du suchst neue Arbeitsfelder, in denen du dich künstlerisch-musikalisch verwirklichen kannst und möchtest darüber hinaus neue Verdienstwege ‑finden? Du möchtest Dein Dirigat ausbauen und mit „echten“ Amateurorchestern üben? Du suchst nach Möglichkeiten, neues Publikum zu akquirieren und kreativ zu sein?

    Dann nutze die Gelegenheit und melde dich an für

    das Dirigierseminar des BDZ e.V. für Studierende und Absolvent*innen mit den erfahrenen Dozierenden Eva Caspari sowie Christian Wernicke.

    Im Seminar besteht die Möglichkeit, die Arbeit mit einem Zupforchester im Amateurbereich kennenzulernen oder auszubauen. Dafür wird ein Vereinsorchester vor Ort für die Probenarbeit zur Verfügung gestellt.

    Seminarort: Flemings Hotel Wuppertal, Döppersberg 50, 42103 Wuppertal

    PHASE 1
    Beginn: Samstag, 29.03.2025, 9:30 Uhr, Anreise bis 9:00 Uhr
    Ende: Sonntag, 30.03.2025, ca. 16:00 Uhr

    PHASE 2
    Beginn: Samstag, 21.06.2025, 9:30 Uhr,
    Anreise bis 9:00 Uhr
    Ende: Sonntag, 22.06.2025, ca. 16:00 Uhr

    Dozierende:
    Eva Caspari (Wuppertal)
    Christian Wernicke (Heidelberg)

    Projektleitung:
    Nikolaus Neuroth, Laura Engelmann

  • Einladung zum SeniorenZupfOrchester (SZO) NRW

    altra volta – Musik verbindet Generationen!

    Wir laden Seniorinnen und Senioren herzlich ein, sich unserem SeniorenZupfOrchester anzuschließen! Wir erleben gemeinsam Musik, lernen Gleichgesinnte kennen und knüpfen neue Freundschaften.

    Unser Dirigent Maxim Lysov wird Euch mit Freude und Engagement begleiten. Schaut dazu auch gerne in den Film, den Maxim gedreht hat:

    In diesem Jahr haben wir viel vor:

    • 8.3.25 Probe in Wuppertal
    • 22./23.3.25 Teilnahme am Mandolinen- und Gitarrenfestival in Stein (Niederlande) – Auftritt am 22.3.25 um 21 Uhr
    • 14.9.25 Probe in Wuppertal
    • 4./5.10.25 Teilnahme Landesmusikfest in Mülheim
    • 15.11.25 Probe in Wuppertal

    Für jede Probe erfolgt eine separate Einladung von meiner Seite. Für Fragen stehe ich jederzeit zur Verfügung!

    Contact not found altravolta

  • SeniorenZupforchester-NRW “altra volta“ beim Jubiläum in Heek im September 2014 (Theo Hüsgen)

    Beim Jubiläum “25 Jahre Landesmusik-akademie-NRW in Heek-Niemborg“ begeg-neten sich die Generationen, welche über ein Vierteljahrhundert die kulturelle Bildungs-stätte nutzten. So war die Teilnahme der “Oldies“ der Zupfszene des BDZ in NRW, das SeniorenZupfOrchester-NRW “altra volta“, bei der Gestaltung der Feier eine Selbstverständlichkeit. Der bunten Vielfalt der Darbietungen sämtlicher in NRW tätigen Kreativgruppen stellte “altra volta“ mit seinem Beitrag ein Programm gegenüber, das die stilistischen Bandbreite der Gruppe zum Ausdruck brachte. Nach Musik der Renaissance (“Ein gut Dantzerey“), Barock-musik (Sinfonia Nr. 1 von Vivaldi), ein Solokonzert für Barockmandoline und Zupforchester (Carlo Arrigoni mit Ingrid Schippel als Solistin) überraschte die Gruppe auch mit Popmusik: “Apache“ von den Shadows für E-Gitarre und Zupforchester. Solist war Bernd Schulte Das SeniorenZupfOrchester des BDZ-NRW “altra volta“ ist seit 2010 aktiv. Seitdem trafen sich die Zupfer aus NRW regelmäßig vier bis fünf mal im Jahr zu Probetagen. Bei insgesamt 12 Konzertauftritten präsentierte sich die Gruppe öffentlich.

    Inzwischen kommen bei den Aktivitäten regelmäßig ca. 25 Spieler zusammen. Das Orchester ist – im Gegensatz zu den anderen Landesorchestern – nicht in erster Linie leistungsorientiert. Vielmehr steht der Freizeitwert und das Festhalten am musikalischen Miteinander auch im gereifteren Alter im Mittelpunkt.
    Das Orchester sucht den Kontakt zu anderen Spielgruppen und zu Auftritten bei größeren Anlässen. Beispiele sind Gemeinschafts-konzerte z.B. mit dem Krefelder Zupforchester, dem Düsseldorfer Zupforchester, beim “Deutschen Orchestertreffen 60+“ in Bad Kissingen und der Teilnahme am Wettbewerb für Auswahlorchester 2014 in Siegen Das Orchester wird musikalisch unterstützt von einem vierköpfigen Dozententeam. Der Dirigent ist seit 2012 der Gitarrist Maxim Lysov. 
    Gefördert wird die Maßnahme vom Landesmusikrat NRW. 

  • 30 Jahre Mandolinen- und Gitarrenseminar in NRW

    Das Mandolinen- und Gitarrenseminar in NRW feierte in diesem Jahr sein 30-jähriges Jubiläum. In der schönen Bildungsstätte „Nell-Breuning-Haus“ in Herzogenrath fanden sich vom 30.06.-06.07.07 „alte“ und „neue“ Teilnehmer zusammen. Seit 1977 wird das einzige Fortbildungsseminar für Erwachsene in NRW unter der künstlerischen Leitung von Marga Wilden-Hüsgen durchgeführt, und mit Spannung erwarteten die Teilnehmer wieder eine vielseitige, lehrreiche und musikalische Woche.
    Zu Beginn des Seminars hatte sich Marga Wilden-Hüsgen etwas Besonderes einfallen lassen. So konnten die Teilnehmer und Zuhörer ein Konzert der „Capella Aquisgrana“ genießen, die auf historischen Zupfmusikinstrumenten im wunder-schönen Ambiente der Kapelle des Nell-Breuning-Hauses Musik des 16.-18. Jahrhunderts zum Klingen brachte. Neben dem Instrumentalunterricht standen u.a. Didaktik, Improvisation, Kammermusik sowie verschiedene Vorträge auf dem Programm.
    Ob Anfänger oder Fortgeschrittener, jeder Teilnehmer wurde mit gleicher Sorgfalt betreut. Welche Themen auch angesprochen und welche Inhalte vermittelt wurden, jederzeit war bei den Dozenten Marlo Strauß, Leoniek Hermans und Daniel Ahlert neben der Kursleiterin die Freude an ihrer Tätigkeit zu spüren. Die anwesenden Multiplikatoren und Ausbilder erhielten neue Impulse für Ihre Arbeit in den Heimatorchestern und jeder nutzte die Möglichkeit des abendlichen Vorspielen.
    Nachdem das Seminar im letzten Jahr aufgrund fehlender finanzieller Mittel erstmalig seit Bestehen abgesagt werden musste, konnte die Veranstaltung in diesem Jahr mit Mitteln des BDZ NRW verwirklicht werden. Einer Jubiläumsfeier stand somit nichts mehr im Wege. Sowohl die Dozenten als auch die Teilnehmer erwartete hierzu am letzten Abend eine Überraschung besonderer Art, die langjährige Teilnehmer für dieses Jubiläum extra vorbereitet hatten. Prof. Dieter Kreidler nahm das Jubiläum zum Anlass, im Namen des BDZ NRW Marlo Strauß für seine 20-jährige Dozententätigkeit zu ehren. In seiner Rede hob er den unermüdlichen Einsatz von Marga Wilden-Hüsgen und deren unentwegtes Engagement in der Zupforchesterszene Engagement in der Zupforchesterszene hervor. Er beleuchtete die Entwicklung es Seminars, das sich über die Jahre unter der kompetenten Leitung von Prof. Marga Wilden-Hüsgen, ihrer sorgfältigen Auswahl der Dozenten und der immer wieder attraktiven Kursangebote grosses Renommée im In- und Ausland erworben hat. Viele Solisten, Dozenten und Ausbilder haben sich hier fortgebildet und weiterqualifiziert.
    Der BDZ-Landesverband NRW dankt sowohl Prof. Marga Wilden-Hüsgen als auch ihren Dozenten für den stets engagierten Einsatz und wünscht dem Seminar für die Zukunft weiter guten Zulauf und ein langjähriges Fortbestehen. (N. Dielkus)

  • Sommerkurs 2001 in Herongen

    Bericht “Zupfmusik”

    Dieses Jahr feierte das Mandolinen- und Gitarrenseminar in NRW sein 25jähriges Jubiläum. Seit 1977 wird diese Fortbildungsmaßnahme unter der künstlerischen Leitung von Marga Wilden-Hüsgen erfolgreich durchgeführt. Im Jubiläumsjahr fand sie vom 21.07.01- 28.07.01 im schön gelegenen Dr. Isidor-Hirschfelder-Schullandheim in Herongen statt.

    Dabei wird stets ein aktueller Themenschwerpunkt gesetzt, der die pädagogischen Belange der Laienausbildung und Fortbildung in den Vordergrund stellt. Neue Konzepte und Unterrichtsmethoden, Jugendarbeit musikalischer und außermusikalischer Art sind Themen, die hier bundesweit wichtige Akzente setzen.
    Zur Geschichte des Seminars: Vor einem Vierteljahrhundert entstand beim Düsseldorfer Zupforchester unter seinem damaligen künstlerischen Leiter Dieter Kreidler und seinem Vorsitzenden Wilhelm Liesenfeld die Idee, ein regelmäßig stattfindendes Mandolinenseminar durchzuführen. Marga Wilden-Hüsgen konnte als Dozentin und Leiterin gewonnen werden, und bald wurden auch interessierte Gitarristen zu den Kursen eingeladen.

    Von Beginn an standen die Mandolinenseminare auf einem hohen künstlerischen Niveau, und die Tatsache, dass jeder Spieler ob Anfänger oder Fortgeschrittener mit gleicher Sorgfalt betreut wurde, ließ die Teilnehmerzahl schnell anwachsen. Die kompetente Leitung, die sorgfältige Auswahl des Dozententeams und die stets ansprechenden und anregenden Kursprogramme bewirkten ein Übriges.
    Der hervorragenden Arbeit von Marga Wilden-Hüsgen, die seit 1992 Professorin für Mandoline an der Hochschule für Musik in Wuppertal ist, ist es auch zu verdanken, daß die Laienmusikszene immer wieder neue Impulse erhält und letztlich die Mandoline und ihre Musik immer mehr Anerkennung im In- und Ausland findet.

    Viele der ehemaligen Kursteilnehmer haben sich zu einem Musikstudium mit Hauptfach Mandoline entschlossen und sind heute als bekannte Instrumentalpädagogen, Orchesterdirigenten, Musikschulleiter, konzertierende Künstler wieder wichtige Multiplikatoren und selbst Impulsgeber einer sich vergrößernden, aktiven und gut ausgebildeten Laienmusikszene.
    Aber auch die zahlreichen Vereinsausbilder und Dirigenten, die sich auf dieser Fortbildungsmaßnahme wichtige neue Impulse für ihre Arbeit im Heimatorchester holen, sind hier als sehr wichtige Instanz von Bedeutung.
    Beim diesjährigen Seminar wurde Marga Wilden-Hüsgen für ihre Verdienste, ihr Engagement und ihren ehrenamtlichen Einsatz als Fachprofessorin für die Zupforchesterbewegung in einer besonderen Feier geehrt. Der Rückblick auf die Geschichte dieser Seminare in einer Art Talkshow durch Wilhelm Liesenfeld gab besonders den jüngeren Teilnehmern Einblick in die kontinuierliche Arbeit, die dieses Seminar so erfolgreich werden ließ.
    Der Landesverband des BDZ- NRW bedankt sich bei Marga Wilden-Hüsgen und ihren Helfern für ihren vorbildlichen Einsatz, verbunden mit dem Wunsch, dass auch in Zukunft noch viele Teilnehmer die Möglichkeit bekommen, unter ihrer Leitung an weiteren Seminaren teilzunehmen.

    Nicole Dielkus

    Teilnehmerbericht

    Vom 21.07.-28. Juli 2001 fand in Herongen das 25. Seminar für Mandoline und Gitarre statt. Ein wirkliches beachtliches Jubiläum, auf das die musikalische Leiterin, Prof. Marga Wilden-Hüsgen, die schon mit zu Beginn als Dozentin auf diesem Kurs tätig war und diesen seitdem engagiert und bewährt weiterführt, mit Recht stolz sein kann.

    Die überaus positive Resonanz – und damit natürlich explizit die hohe Qualität und die Wertschätzung – dieses besonderen Weiterbildungsangebotes für Zupfinstrumente zeigt sich einerseits darin, dass sich zum Jubiläumskurs 2001 mit fast 40 Teilnehmern und Teilnehmerinnen eine besonders hohe Anzahl von Musikern und Musikerinnen angemeldet hatten, zum anderen darin, dass diese Interessenten quasi aus dem gesamten Bundesgebiet angereist waren. Der Erfolg eines VIERTELJAHRHUNDERTS fundierter Seminararbeit spricht sich eben natürlich herum. So waren viele begeisterte Anhänger des Sommerkurses bereits zum wiederholten Male dabei, aber auch einige Neulinge hatten sich im Dr. Isidor-Hirschfelder-Landschulheim eingefunden, um ihre Kenntnisse zu vertiefen und zu erweitern.

    Aber ob Wiederholungs- oder Ersttäter, musikalischer Anfänger, instrumentaler Umsteiger oder alter Hase im Zupfmusikbereich, ob Jung oder Alt, das hervorragende Dozententeam meisterte es scheinbar mühelos, alle Teilnehmer zusammenzuführen, nicht ohne dabei auf die individuellen Fähigkeiten einzugehen.

    Jeder Morgen startete mit einem Tutti sportivo, bei dem mit Gymnastik und Aufwärmübungen Körper und Geist ermuntert wurden. Nach diesem schwungvollen Auftakt folgten Tage voller Information, Konzentration und Motivation: Technikstunden, instrumentaler Einzelunterricht in Kleingruppen, verschiedene Seminarangebote von der Akustikband bis zur Tremologruppe, von moderner Ensemblemusik bis zur Etüdenstudie, aber auch das Vorstellen neuer Musikeinspielungen und neuer Literatur gehörten zum reichhaltigen Programm. So zeigte in den Seminartagen die musikalische Palette von den Arpeggiotechniken bis zum „zerlegten“ Anschlag, von Brouwer bis Vivaldi viele – natürlich auch rote, blaue, gelbe, lila und orange – Klangbilder.

    Diese konnten bei den abendlichen Vorspielen zu Gehör gebracht werden, bei denen sich gleichzeitig Gelegenheit bot, das Lampenfieber in den Griff zu bekommen, welches wohl alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen gleichermaßen befiel, so dass Herzfrequenz und musikalischer Rhythmus nur selten einen gleichmäßigen Einklang bildeten. Umso vielfältiger war die Bandbreite der vorgeführten Werke, die vom interessierten Publikum stets mit reichem Beifall belohnt wurde. Ad libitum klangen die Tage dann bei Vorträgen, Gesprächen und Musik aus.

    So verging das Seminar wie im Fluge und schon bald ging eine informative Woche zu Ende, in der alle – insbesondere natürlich die Dozenten – gefordert, die Teilnehmer aber in erster Linie gefördert wurden. Ein Powerplay der Musik, in jedem Falle aber ein Powerplay mit Herz und Humor.

    Der große Erfolg ist ganz sicher Prof. Marga Wilden-Hüsgen – und dem engagierten Dozenten- und Betreuerensemble – zu verdanken, bei der man stets spürte, wie sehr sie die Musik liebt und dass sie für die Musik lebt. Der überaus harmonische Verlauf des Seminars mit seiner familiären Atmosphäre und die Tatsache, dass der Stress, die Arbeit und die vielen Stunden der Vorbereitung und der Organisation im Hintergrund nach außen nie sichtbar wurden, zeigt umso deutlicher die Professionalität, vor allen Dingen aber den Enthusiasmus und die große Freude, mit dieser Sommerkurs nun bereits zum 25. Male durchgeführt wurde.

    TOLL!!!

    Es war schön, dabei gewesen zu sein, und sicher alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen freuen sich schon jetzt auf das 26. Sommerseminar für Mandoline und Gitarre in Herongen im Jahre 2002.

    Birgit Rubart