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  • Landesmusikfest 2025 ein voller Erfolg!

    Landesmusikfest 2025 ein voller Erfolg!

    Landesmusikfest ein voller Erfolg!

    © (Red.)

    In der prächtigen Stadthalle in Mülheim an der Ruhr fand am 3. und 4. Oktober 2025 das Landesmusikfest des BDZ NRW in Verbindung mit den Mülheimer Zupfmusik-Festival und dem Jugend-Zupf-Treffen statt.

    Die Mitglieder des vor Ort ansässigen Mülheimer Zupforchesters sorgten mit Unterstützung des Vorstandes des BDZ NRW für eine reibungslose Planung und Koordination, bei der keine Fragen offenblieben. Zwar wären teilweise weitere Räumlichkeiten zum Einspielen der jeweils teilnehmenden Orchester wünschenswert gewesen, um nicht auf umliegende Schulen ausweichen zu müssen, jedoch ließen die örtlichen Gegebenheiten diese Alternative leider nicht zu. 

    Im Vorfeld wurden Fragebögen an die teilnehmenden Orchester versendet und Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmale der Teilnehmer abgefragt. Die dadurch gewonnen amüsanten Erkenntnisse flossen in sehr unterhaltsamer Form in die Moderation der durchweg gut besuchten einzelnen Konzerte ein – einige kleine Kostproben werden in diesem Bericht noch folgen.

    © Juana Keinemann: Das Moderationsteam Loreley Schenk und Mark Stecken

    Mark Stecken und Loreley Schenk führten das Publikum mittels eines jeweiligen Dialoges in charmanter Weise durch jedes einzelne Konzert und konnten dadurch auch die erforderlichen Umbauarbeiten auf der Bühne zwischen den Auftritten der einzelnen Orchester kurzweilig überbrücken.

    Das Festival startete am 03.10. um 10:30 Uhr mit der Eröffnungs-Matinée, in der bereits die volle Bandbreite der Zupfmusik in Form von klassischer bis virtuos-zeitgenössischer Orchesterliteratur durch Jung und Alt dargeboten wurde.

    © Juana Keinemann: Lots of Strings

    Unter der Leitung von Michael Braun eröffnete das erst 2022 gegründete Jugend-Ensemble Lots of Strings das Konzert mit einem Durchschnittsalter von gerade einmal 10 Jahren und überzeugte die Zuhörer mit einer ausgewogenen und homogenen Aufführung mehrerer kurzen Werke: Let’s go forward von Pieter van der Staak, Bransle de Montirande von Michael Praetorius, arretiert durch Michael Esch, He’s a pirate  von Klaus Badelt und Hans Zimmer, dem Englischen Tanz von Elke Tober-Vogt oder dem Stück The Wellerman, arretiert durch Juana Keinemann.

    © Juana Keinemann. Iain Lennon

    Der erfahrene und vielseitige Mandolinensolist und Musikpädagoge Iain Lennon bewies mit der Aufführung des von Jürg Kindle anspruchsvoll und zeitgenössisch komponierten Satzes Hephaistos (Anm.: Gott des Feuers, der Schmiedekunst und der Vulkane aus der griechischen Mythologie) aus dem Stück „Mandopolis“ – 12 Fantasien für Scordatura Mandoline, dass ein Instrument auch während des Spiels nahtlos und ohne Unterbrechung in eine andere Tonart umgestimmt werden kann.

    Bildnachweis: https://www.zupfmusik-festival.de/teilnehmende-orchester/vereinsorchester/muelheimer-zupforchester-mzo/

    Das Mülheimer Zupforchester unter der Leitung von Karsten Richter, der für den kurzfristig erkrankten Dirigenten Dominik Hackner einsprang, präsentierte mit einer perfekten Dynamik die in vielen Orchestern bekannte Münchner Residenzmusik von Rudolf Lück, gefühlvoll die Canzona und Fantasia von Marcel Wengler und sehr ausdrucksstark das Stück Antiche Danze ed Arie von Ottarino Respighi.

    © Juana Keinemann: Wittener MGO 1929

    Das Wittener Mandolinen- und Gitarrenorchester 1929 unter der Leitung von Reinhard Busch schloß die Eröffnungs-Matinée ab mit dem 

    Trio D-Dur von Giovanni Battista Cedronio in einer Bearbeitung von Reiner Stutz – stilecht mit einem als Basso continuo eingesetztem Cembalo und einer fein akzentuierten Spielweise – gefolgt von dem stimmungsvollen und sowohl melodische als auch zeitgenössische sowie Jazz-Style-Passagen enthaltenden Stück Ceciliana von Claudio Mandonico.

    © (Red.) Schülerband „Raining-Stardust“

    Sowohl in der sich anschließenden Mittagspause als auch in den weiteren Pausen des Festivals konnten sich die Teilnehmer in der Cafeteria mit reichlich angebotenen Snacks und Getränken stärken – jeweils untermalt von den Schülerbands No Name, still unBEATable und Raining-Stardust

    © Juana Keinemann: Joachim-Trekel-Musikverlag

    Wie es sich für ein Zupfertreffen gehört, waren selbstverständlich auch der PAN-Verlag und der Joachim-Trekel Musikverlag mit ihrem umfangreichen Repertoire vertreten. 

    Für Zupfer immer wieder eine Freude, in den zahlreich angebotenen Noten und Zubehörartikeln zu stöbern und immer wieder etwas Neues zu entdecken. So konnten auch individuelle Fragen zum Niveau und zur Spielbarkeit beantwortet werden. 

    Beeindruckend ist auch immer wieder, welche Zubehörgegenstände mit Zupfmusik in Verbindung gebracht werden können. Sei es Pfannenwender in Gitarrenform, Backformen, Blöcke, Stifte, Socken oder was auch immer!

    © Juana Keinemann: PAN-Verlag

    © Juana Keinemann: Instrumentenausstellung

    Bereichert wurde das Festival ebenso durch eine große Instrumentenausstellung, in der gleich die Instrumente von sage und schreiben acht (!) Instrumentenbauern begutachtet, probe gespielt und erworben werden konnten. Es waren vertreten: 

    –   Gitarrenbau Markus Dietrich samt Mandolinen

    –   Mandolinenbau Elmar Geilen

    –   Gitarrenbauwerkstatt Hermann Gräfe

    –   Zupfinstrumentenbau Bruni Jacob

    –   Mérida Gitarren Musik Lenz

    –   Gitarrenbau Katharina Wolff

    –   Zupfinstrumentenbau KG Wünsche (Knorr-Mandolinen)

    –   Zupfinstrumentenbau Peter Ziegler

    © Juana Keinemann: Instrumentenausstellung

    Eine größere Auswahl an Instrumenten einschließlich der Möglichkeit eines direkten Vergleichs wird sich nur selten bieten.

    © Juana Keinemann: Kinder- und Jugendecke

    Auch der eigens eingerichtete Kinder- und Jugendbereich mit diversen Unterhaltsangeboten – geleitet von Lea Busch und Cedric Meysing – fand regen Zuspruch und für die Bastelangebote konnten sich selbst ältere, aber gleichwohl noch jung gebliebene Zupfer begeistern.

    © Juana Keinemann: Dirigier-Workshop

    Am frühen Nachmittag konnten interessierte Festivalteilnehmer am von Iain Lennon geleiteten Mitmach-Workshop „Dirigieren für Anfänger“ teilnehmen und die ersten Grundlagen des Dirigats erfahren und sogleich am sehr gut auf das jeweilige Dirigat reagierende Versuchsorchester ausprobieren. 

    Dabei konnten die Teilnehmer erst in der Gruppe die ersten Bewegungen des Dirigats einstudieren und daran anschließend jeder einzelne alleine vor dem Versuchsorchester – schon eine ganz andere Herausforderung, so alleine vor einem Orchester zu stehen und den Taktstock zu schwingen!

    © Juana Keinemann: Workshop Fördermittel

    Über das für Orchester immer wichtige Thema „Wo erhalte ich Fördermittel“ referierte sodann Karsten Richter im entsprechenden Info-Workshop.

    Unter der Rubrik „Vivaldi meets Coldplay“ stand um 14:30 Uhr bereits das nächste Konzert an. 

    © Juana Keinemann: Gitarrenensemble Mülheim

    Zur Eröffnung spielte das Gitarrenensemble der Musikschule Mülheim an der Ruhr unter der Leitung von Andrea Grüter. 

    Entgegen der Praxis in den vorherigen Proben schafften es diesmal sogar alle Spieler, mit Fußbank auf der Bühne zu erscheinen! Soweit also das Alleinstellungsmerkmal des Gitarrenensembles der Musikschule Mülheim an der Ruhr. 

    Die Gitarristen wussten sodann das Publikum zu begeistern mit Last Door Left von Jörn Michael Borner, mit Waiting For Love von Avicii (arr. Andrea Grüter) sowie mit Viva La Vida von Coldplay und dem abschließenden Gitmo-Rock von Friedrich Herweg.

    © Juana Keinemann: Juniorzupfer aus Myhl

    Die Juniorzupfer der Mandolinenspielschar Myhl unter der Leitung von Valeria Henschke übernahmen mit einem Durchschnittsalter von 12 Jahren und einem Gesamtgewicht unterhalb von 500 kg. 

    Dieses musikalische Leichtgewicht präsentierte dann aber sehr souverän den 2. Satz (Andante) aus dem Konzert G-Dur (RV 532) für zwei Mandolinen und Orchester von Antonio Vivaldi (bearb.: Rob von Teseling) und schlug mit Comptine d’un Autre été von Yann Thiersen und Nessaja von Peter Maffay (bearb.: Rainer Dettmer) den Bogen zur Unterhaltungsmusik. 

    Abschließend glänzten die Juniorzupfer mit Bille Jean von Michael Jackson (bearb.: Rainer Dettmer) unter Einsatz eines eBasses nebst Percussion und einer im Michael-Jackson-Outfit stilgerecht verkleideten und agierenden Dirigentin. 

    © Juana Keinemann: Spielschar Myhl

    Den Abschluss dieses Konzertes bildet die Mandolinenspielschar Myhl unter der Leitung von MartinWallraven. 

    Als Alleinstellungsmerkmal konnten die Musiker zwar weder mit ihrem Durchschnittsalter von 48 Jahren noch mit ihrer Durchschnittsgröße von 1,78 m punkten, wohl aber mit ihrem Vereinsnamen. In der Zupfmusikszene gibt es eine Vielzahl von Orchestern oder Ensembles, aber die Vereinigung unter der Bezeichnung „Spielschar“ dürfte ihresgleichen suchen.

    Dass alte bekannte Ouvertüren mit ihren schönen elegischen Tremolopassagen und brillanten und perlenden Läufen quer durch alle Stimmen nach wie vor ihre Existenzberechtigung in der Orchesterliteratur haben, zeigten die Musiker eindrucksvoll und harmonisch mit L’étoile du Bonheur von Guiseppe Frendo. Mit starken Einlagen der Percussionisten ging es dann modern weiter mit Viva la vida von Coldplay (arr.. Martin Wallraven). 

    Den Schlußpunkt des Konzertes sollte die sowohl einfühlsame als auch fetzige Evergreen-Ballade Music (… was my first love) von John Miles (arr.: Ingo Brzoska) bilden. Doch angesichts einer überaus gelungenen Darbietung entließ das Publikum die Spielschar nicht ohne eine Zugabe: einem Auszug aus Pirates of Zimmer von Hans Zimmer (bearb. Valdo Preema), allen bekannt aus dem Kinofilm „Fluch der Karibik“.

    © Juana Keinemann: Workshop Improvisation

    Nach der Kaffeepause zeigte Iain Lennon zahlreichen Teilnehmern des Mitmach-Workshops „Freies Spiel und Improvisieren“ entsprechende Grundlagen und dafür  erforderliche und/oder nützliche Spieltechniken.

    Das abendliche Festkonzert ab 19 Uhr begann zunächst mit einem schönen und netten Grußwort des Bürgermeisters der Stadt Mülheim, Marc Buchholz, sowie der Festivalleitung, bestehend aus Karsten Richter als Präsident des BDZ NRW und der sichtlich emotional bewegten Silke Schenk als Vorsitzende des Mülheimer Zupforchesters.

    Die Eröffnung des Festkonzerts übernahm das Mülheimer Zupforchester – wieder vertretungsweise unter der souveränen Leitung von Karsten Richter und mit einer „Gesamt-Fußlänge“ von 14,7 m als Alleinstellungsmerkmal. Noch gut aufgewärmt und aufeinander eingespielt von dem morgendlichen Auftritt ging es in beeindruckender Weise los mit Canarios, einer Komposition von Keith David Harris frei nach Gaspar Sanz, gefolgt von der tollen melodiösen und mit markanten rhythmischen und zeitgenössischen Effekten überzeugenden Uraufführung Molecular Miniatures op. 75 für Zupforchester von Dominik Hackner – einer klaren Empfehlung für die künftige Orchesterliteratur in der Zupferszene! 

    Beim anschließenden Concerto capriccioso für Solo-Mandoline und Zupforchester von Herbert Baumann glänzte die Solistin Antonia Platzdasch mit sauberem und klarem, allerdings auch recht bravem Spiel. Letzteres war augenscheinlich auf den krankheitsbedingten Ausfall von Dominik Hackner als ursprünglich vorgesehener Dirigent und dem auf Sicherheit bedachten Vertretungsdirigat zurückzuführen. Mit ihrem glasklar perlenden Spiel zeigte Antonia Platzdasch jedoch, dass auch das über Jahrzehnte in der Orchesterliteratur vorhandene Solokonzert von Herbert Baumann immer wieder seine Existenzberechtigung hat und eine solistische Bereicherung eines jeden Konzertes ist: solistisch virtuos, moderat modern und immer wieder schön und eingängig zu hören!

    © Juana Keinemann: Gitarrenensemble Rheine

    Es folgte das Gitarrenensemble Rheine unter der Leitung von Anja Korthaneberg mit der akuraten und ausgewogenen Canzona (seconda) von Giovanni Gabrieli (bearb.: Ingo Brzoska), dem gefühlvollen Rosinkes met Mandelen von Abraham Goldfaden (bearb.: Ingo Brzoska) und dem Cantabile von Edson Lops mit einem schönen sonorigen Klang dank des Einsatzes einer Bassgitarre. Träumend schön ging es weiter mit Nebulae von Olga Amelkina-Vera und endete schwingend mit dem Walzer Nr. 2 von Dmitri Schostakowitsch.

    Bildnachweis: https://www.zupfmusik-festival.de/teilnehmende-orchester/verbandsorchester/landeszupforchester-nrw/

    Den Abschluss des freitagabendlichen Festkonzertes bildete eine Kooperation des LandesZupfOrchesters Nordrhein-Westfalen „fidium concentus“ mit dem ZupfOrchester Rheinland-Pfalz unter der Leitung von José Antonio Zambrano Rivas. 

    Das Gemeinschaftsorchester startete schwungvoll und in technischer Perfektion mit dem Danse Macabre von Camille Saint-Saents (bearb. Christopher Grafschmidt) und zeigte auch in den Sätzen Hymne au Village Célesteund Dénouement aus A Baker’s Tale von Davis Jason Snow, wie synchron einzelne Stimmen in einem großen Orchester spielen können. 

    Nach dem themenreichen und bewegten Azúcar von José Antonio Zambrano Rivas griff der Komponist und musikalische Leiter des Gemeinschaftsorchester zu einer das Orchester begleitende venezolanischen Cuatro und beschloss das Festivalkonzert mit dem traditionellen und von ihm bearbeiteten Stück La Bikina mit südamerikanischem und temperamentvollem Flair. Kein Wunder, dass die beiden Orchester nicht ohne Zugabe in den ausklingenden Abend entlassen wurden.

    © Juana Keinemann: Moderationsteam Loreley Schenk und Mark Stecken

    Der Samstag, der 04.10.2024, startete als zweiter Festivaltag mit der bereits vom Vortag bekannt charmanten Moderation von Mark Stecken und Loreley Schenk und dem Konzert „Song And Dances“. 

    © Juana Keinemann: Kinder-Zupfensemble Essen

    Die 6 Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren des Kinder-Zupfensembles der Folkwangmusikschule Essen unter der Leitung von Peter Jonen starteten das morgendliche Eröffnungskonzert mit einem bunten Blumenstrauß bekannter und moderner Stücke – überzeugend und mit voller Konzentration dargeboten: 

    We will rock you von Brain May, Cornflakes von Marco Schmidt, Get that Jazz von Felix Janosa, Hejo spann den Wagen an (trad.) mit schöner wohlklingender Tonbildung und jedem aus dem Film „Madagascar“ bekannten und dort von King Julien gesungenen I like to move it von Erick Morillo. 

    Ein gelungener Auftritt des Kinder-Zupfensembles mit eingängigen und schönen Stücken!

    © Juana Keinemann: MO „Harmonie“ Dinslaken

    Das Mandolinenorchester „Harmonie“ Dinslaken-Barmingholten mit „gesellig ambitionierten“ Spielern zwischen 15 und 88 (!) Jahren unter der bekannt-bewährten Leitung von Michael Jakob führte den Faden der „Gute-Laune-Musik“ nahtlos weiter mit Celtic fairies von Bruno Szordikowski und bot die einzelnen Sätze frisch bewegt und mit überzeugender Spielfreude dar. Diese leitete nahtlos über in die Danza Luisa von Bernd Steinmann mit einer darin enthaltenen flotten Rumba, einer elegischen Concionetta und einem mit grollendem Bass einleitenden temperamentvollen spanischen Vals. Dem Drängen der zahlreichen Zuhörer nach einer Zugabe kamen die Musiker mit dem traditionellen und von Michael Jakob arretiertem Bella Ciao gerne nach.

    © Juana Keinemann: SZO „altra volta“

    Das SeniorenZupforchester NRW (SZO) „altra volta“ unter der Leitung von Maxim Lysov leitete mit Entree und Springtanz von Michael Praetorius (bearb.: M. & M.A. Wiesenekker) schwungvoll über in das besinnliche und sehnsuchtsvolle Ständchen (Serenade) D 957 Nr. 4 von Franz Schubert (bearb.: Valdo Preema). Mit dem wunderschönen romantischen und zum Träumen verleitenden Walzer Yurubi von José Antonio Zambrano Rivas ging es weiter zu den Sätzen Andante Melanconico und dem schwungvollen Allegro con brio aus dem zur Jahreszeit passenden Indian Summer von Klaus Schindler. 

    Ein Bild, das Häkelei, Faden, Stricken, Blume enthält.

KI-generierte Inhalte können fehlerhaft sein.Und natürlich – wer das SZO „altra volta“ bereits mehrfach gesehen und gehört hatte und die unverkennbaren Anzeichen wie etwa die kaktusgrünen Notenmappen und die individuellen Anstecker an den Revers der einzelnen Spieler zu deuten wusste – verabschiedete sich das SZO mit „seinem“ Evergreen: 

    Mein kleiner grüner Kaktus von Max Raabe, gespielt vom SZO und gesungen von Maxim Lysov!

    © (Red.) Stefanie Hackner und Monika Oesterwind beim Workshop „ZupfZauber“

    Nach der Mittagspause bot der Info-Workshop: ZupfZauber ist keine Zauberei vom Mülheimer Zupforchester interessante Anregungen zur Nachwuchsgewinnung über ein städtisches Ferienportal. Die Dozentinnen Stefanie Hackner und Monika Oesterwind referieren aus eigener Erfahrung, 

    wie ein solcher Kinderferienworkshop gestaltet und den Kindern Freude an der Zupfmusik vermittelt werden kann, damit diese auch weiterhin in einem Unterricht oder in einer Gruppe musizieren wollen. Das A und O jedes Orchesters, das auf Nachwuchs bedacht ist!

    © Juana Keinemann: Workshop Nachwuchs

    Auch Jeanette Mozos del Campo bot mit ihrem sich anschließenden Info-Workshop „Wie finden wir Nachwuchs für unser Orchester?“ interessante Ansätze, wie und wo sich Aufmerksamkeit für Zupfinstrumente erzeugen lässt, wie sich Kontakt zu den Eltern potentieller Schüler herstellen lässt wie etwa über einen Tag der offenen Tür oder über verschiedene Konzert-Modelle, wie man solche Maßnahmen angeht und wie und wo man Hilfe und Unterstützung erhalten kann.

    In dem Nachmittagskonzert „Händel, Debussy und Glass“ ging es dann schwerpunktmäßig um barocke bis moderne Musik:

    ©: Juana Keinemann: MO Jülich-Koslar

    Das Mandolinen-Orchester Rurtal 1928 Jülich-Koslar e.V. unter der Leitung ihrer jungen, aber überaus überzeugenden und souveränen Dirigentin Anna Burova startete akzentuiert und präzise mit Battalia von Heinrich Ignaz Biber. Bei dem folgenden anspruchsvollen Gollywog’s Cakewalk von Claude Debussy vermochte die Dirigentin die einzelnen Stimmen im perfekten Gegensatz zueinander in Szene zu setzen. Danach interpretierten die Zupfer die Melodiebögen in dem Stück Tanti Anni Prima von Astor Piazolla auf wunderschöne Art und Weise und verabschiedeten sich temperamentvoll mit der Danza Cubana von Dominick Hackner.

    © Juana Keinemann: JuZO NRW

    Das seit Februar 2025 wiederbelebte und mit einem Durchschnittsalter von 12,7 Jahren sehr junge Juniorzupforchester NRW unter der Leitung von Peter Jonen bot bereits bei seinem Auftritt mit rd. 30 Spielern und sage und schreibe 3 Kontrabässen einen imposanten Anblick. 

    Das Alleinstellungsmerkmal dieses Orchesters: rund 1/3 seiner Spieler kann mit den Ohren wackeln! 

    Von einem Wackeln in musikalischer Hinsicht war allerdings weder bei dem ersten Stück Klangfarben von Franziska Henke noch bei dem folgenden romantischen Kassiopeia von Urmas Sisak rein gar nichts zu spüren. Das Orchester folgte exakt und homogen den Anweisungen des Dirigenten. 

    Auch das Allegretto con moto aus dem Indian Summer von Klaus Schindler präsentierten die jungen Zupfer souverän und verabschiedeten sich mit einer überzeugenden und manchen Erwachsenenorchestern in nichts nachstehender Aufführung des Inspector Clouseau Theme von Henry Mancini (bearb.: Robert Longfeld). 

    Kompliment an dieses junge und große Orchester für den ersten Auftritt nach sehr langer Zeit in völlig neuer Besetzung! Das macht Lust auf mehr!

    © Juana Keinemann: BZO Dortmund

    Das BezirksZupfOrchester Dortmund unter der Leitung von Reinhard Busch und Saily Schulte-Maredo trat sodann nicht in der klassischen Orchesterform auf, sondern in einem einzigen Halbkreis und die einzelnen Stimmen auch noch jeweils etwas voneinander räumlich getrennt. Eine für kleinere Orchester und Ensembles interessante und durchaus empfehlenswerte Auftrittsvariante, bei der die einzelnen Stimmen sehr gut zur Geltung kommen. Davon konnten sich die Zuhörer bei der sehr sauberen und facettenreichen Interpretation des Concerto a più isttrumenti, op. VI, 4 von Evaristo Felice Dall’Abaco (bearb.: Reinhard Busch) durchaus überzeugen. Ebenso wurden die Sätze Polka… miseria!La Ballata degli spilli und Quadriglia diabolica aus der anspruchsvollen Suite Immaginaria von Gianluca Fortino energisch und mit feiner Spieltechnik dargeboten. Ein exzellenter Abschluss und Höhepunkt des Nachmittagskonzerts!

    © Christine Neuhaus: Festival-Projektorchester

    Das nach der Kaffeepause stattfindende Festival-Projektorchester sollte ursprünglich von Dominik Hackner geleitet werden. Aufgrund dessen kurzfristiger Erkrankung übernahm Maxim Lysov stellvertretend die Leitung. Die zahlreichen aus den verschiedensten Orchestern kommenden Teilnehmer konnten sich die aufgelegten Noten bereits zu Hause dank eines Links auf der Festivalhomepage herunterladen, zu Hause ausdrucken und vorab bereits anschauen. In der öffentlichen als Workshop ausgestalteten Probe führte Maxim Lysov diese Bemühungen bei dem lebhaften El Fuego Brillante op. 70 von Dominik Hackner rasch und gekonnt mit genauen Vorstellungen einzelner Passagen zusammen. 

    Durch das folgende und aus mehreren Sätzen bestehende Stück Hellas von Aris Alexandros Blettenberg mit seinen teilweisen ungewohnten Rhythmen und Taktarten wusste sich der Dirigent gut zu retten und überzeugte die Teilnehmer dank seines professionellen Dirigats, dass auch der letzte Satz eines Stückes dann zu Ende ist, wenn er es mit dem Taktstock angibt – auch wenn sich auf der letzten hinteren Seite der Partitur – vom Dirigenten zum Amüsement der Orchesterteilnehmer nicht bemerkt – noch ein Finale befindet. Nach allgemeiner Heiterkeit und das Finale natürlich nachholend entließ Maxim Lysov die Teilnehmer schließlich mit der Rêverie de Poète von Giuseppe Manente (bearb. Dominik Hackner) in die weitere Verschnaufpause vor dem abendlichen Abschlusskonzert.

    © Juana Keinemann: JZO NRW

    Im abendlichen Festival-Abschlusskonzert startete das JugendZupfOrchester NRW unter der Leitung von Luke Pan mit einem Durchschnittsalter von 21 Jahren und mit dem recht langen Orchesterquartett in F-Dur von Carl Stamitz (bearb.: Marga Wilden-Hüsgen) – nicht zu verwechseln mit dem in vielen Orchestern altbekannten Orchesterquartett in C-Dur von Stamitz. Das JZO präsentierte das Stück über alle Sätze hinweg mit erfrischender Klarheit und einer perfekten Spielweise.

    Einfühlsam und dem musikalisch hohen Niveau des JZO eher entsprechend folgten mit viel Spielfreude die Rumänischen Volkstänze von Béla Bartók. 

    © Juana Keinemann: The Strings/NL

    Das aus den Niederlanden angereiste Mandoline-Ensemble „The Strings“ unter der Leitung von Annemie Hermans wusste zunächst mit virtuosen Solo-Passagen der langjährigen Konzertmeisterin Annemie Hermans im Quartetto la maggiore von Francesco G. Giuliani (bearb.: Marga Wilden-Hüsgen) zu überzeugen. Leicht melancholisch und mit einem schön gestrichenem Kontrabaß sowie mit akzentuierten Mandola- und Gitarrenpassagen ging es mit Petite promenade à Marseille von Francesco Civitareale auf einen kleinen Spaziergang durch die verschiedenen Stadtviertel von Marseille mit ihren jeweiligen kulturellen Besonderheiten. Dem sich anschließenden sehr anspruchsvollen und sehr zeitgenössischem, gleichwohl gekonnt dargebotenen Werk Sadoc von Juan Carlos Munoz hätte eine Erläuterung für die Zuhörer zum besseren Verständnis gutgetan.

    © Juana Keinemann: Grenzland-ZO Aachen

    Den Abschluss des Konzerts bildete das Grenzland-Zupforchester Aachen unter der Leitung von Josef Wieland mit dem die künftige Orchesterliteratur sicherlich bereichernden und von David Laheurte komponiertenMandoline Project – Romance métallique mit besinnlichen und fetzigen Momenten. Nach dem geheimnisvollen Remember the Forgotten von Franziska Henke endete das Konzert schließlich mit dem wunderschönen und abwechslungsreichen, aber anspruchsvollen Stück Daintree von Richard Charlton, das den Daintree-River im gleichnamigen Nationalpark in North Queensland in Australien eindrucksvoll beschreibt.

    Damit ging das Landesmusikfest des BDZ NRW in Verbindung mit dem Mülheimer Zupffestival 2025 und dem Jugend-Zupf-Treffen leider schon dem Ende zu. Nach einem vergnüglichen Ausklagen wünschte sich manch einer, dass das Festival durchaus noch einige Tage hätte dauern können – so beeindruckt von der Vielzahl der tollen Orchester, den netten und sympathischen Menschen, denen man in der Zupferszene wieder einmal begegnen durfte, dem ganzen Drumherum mit schönen Instrumenten, vielen Noten samt Zubehör und vielen Gelegenheiten, alte Bekanntschaften wieder aufzufrischen oder neue zu knüpfen.

    Allen Beteiligten, die dieses Musikfest zu einem besonderen Erfolg haben werden lassen, gleich ob vor oder hinter den Kulissen, sei herzlich gedankt! 

    Bildnachweis: https://www.zupfmusik-festival.de/teilnehmende-orchester/vereinsorchester/muelheimer-zupforchester-mzo/

    Ein ganz besonders großer Dank gilt den Mitgliedern des vor Ort ansässigen Mülheimer Zupforchester, die keine Mühen und keinen zeitlichen Aufwand gescheut haben, das Festival zu einem besonderen Event werden zu lassen.

    Dieses großartige Ereignis wird noch lange in Erinnerung bleiben und lässt viel Vorfreude auf das nächste „Groß-Event“ in Sachen Zupfmusik aufkommen: dem „BDZ eurofestival zupfmusik 2026“ vom 14. Mai bis zum 17. Mai 2026 in Bruchsal.

  • Nachruf: Winfried Heider †

    Uns erreichte die traurige Nachricht, dass der frühere Präsident des BDZ-Landesverbandes NRW, Winfried Heider, am 7. September 2025 verstorben ist.

    Winfried Heider war viele Jahre Mitglied im Mandolinen- und Gitarrenorchester Bielefeld und hatte einige Jahre den Vorsitz dieses Vereins inne. 

    Anfang der 1990iger Jahre erklärte er sich bereit, den Landesverband NRW des BDZ als Präsident zu führen. In dieser Zeit wurden viele neue Weichen, vor allem im musikalischen Bereich, gestellt. Die Einbeziehung neuer, junger Kräfte in den Landesvorstand war ihm ein großes Anliegen.

    1996 übergab Winfried Heider das Amt des Präsidenten an mich. Ihm habe ich es zu verdanken, dass ich als Neuling die nötigen Kenntnisse und Strukturen des Verbandslebens erwerben konnte, um dieses verantwortungsvolle Amt führen zu können.

    Wir alle sind ihm sehr dankbar für sein Engagement und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

    Jülich, im September 2025

    Im Namen des Landesvorstandes, Helmut Lang

  • Mülheimer Zupfmusik-Festival 2025

    Mülheimer Zupfmusik-Festival 2025

    Das Mülheimer Zupforchester (MZO) und der Bund Deutscher Zupfmusiker Landesverband NRW e.V. (BDZ NRW) veranstalten in Kooperation am 3. und 4. Oktober 2025 ein gemeinsames Zupfmusikfestival in der Stadthalle in Mülheim an der Ruhr. 

    Ziel ist es, die Vielfalt der Zupfmusik des Landes Nordrhein-Westfalens zu präsentieren sowie nationale und internationale Gäste erstmals in Mülheim an der Ruhr zu versammeln. Zugleich wird das Mülheimer Zupffestival auch das Landesmusikfest 2025 des BDZ NRW sein, welches alle vier Jahre stattfindet. Ein besonderer Schwerpunkt des Festivals liegt bei der Jugend, für die es zahlreiche Angebote geben wird, bei denen die Freude am gemeinsamen Musizieren im Vordergrund steht. Teilnehmen können alle an der Zupfmusik interessierten Personen. Wir freuen uns auf ein gemeinsames Zupfevent – erstmals in Mülheim an der Ruhr – und freuen uns über zahlreiches Publikum!

    Der Eintritt ist frei!

    Weitere Informationen unter: https://www.zupfmusik-festival.de

  • Musikinstrumentenpreis 2005 – die „La Gioiosa“ nach 20 Jahren

    Musikinstrumentenpreis 2005 – die „La Gioiosa“ nach 20 Jahren

    Bericht: Jeanette Mozos Del Campo (auch Fotos) & Antonia Platzdasch

    Am 2. Juni besuchten der Instrumentenbauer Steffen Meinel und sein Team die Mandolinenklasse der Musikhochschule Wuppertal.

    Auch externe Gäste waren willkommen und nutzten die Gelegenheit, seine Schüler-, Orchester- und Konzertmandolinen sowie Mandolen zu testen.

    Zunächst gab Steffen Meinel eine kurze Einführung in seinen Werdegang:

    Für Horst Wünsche, Zupfinstrumentenbau KG in Marktneukirchen baut dieser nicht nur Zithern und Hackbretter, er hat zudem bei Klaus Knorr Mandolinenbau erlernt und schließlich dessen Nachfolgeangetreten. Zur Anschauung hatte das Team neben zahlreichen Instrumenten auch Hölzer, Mandolinenhälse und Korpusse mitgebracht.

    Total spannend, die Rohbauten bekommen wir als SpielerInnen normalerweise nicht zu Gesicht!

    Nach einigen interessanten Erläuterungen durften die Instrumente ausprobiert werden – hierbei testeten Caterina Lichtenberg und ihre Studierenden nacheinander die unterschiedlichen Klang- und Spieleigenschaften der Konzertmandolinen. 

    Durch unterschiedliche Hölzer hat jedes Instrument seinen eigenen Klang. Steffen Meinel ist es wichtig, seine Mandolinen und Mandolen weiterzuentwickeln und hat nun neben baulichen Verbesserungen auch mit neuen Hölzern experimentiert.

    So konnten Mandolinen gespielt werden, die aus Hölzern wie Wenge, Akazie, Apfel und natürlich auch aus dem traditionellen Ahorn und Palisander gefertigt wurden.

    Es war für alle Besucherinnen und Besucher ein sehr interessanter Nachmittag.

  • Ergebnisse des Deutschen Orchesterwettbewerbs 2025

    Im Bereich der Zupforchester können vom Deutschen Orchesterwettbewerb – durchgeführt vom Deutschen Musikrat – folgende Ergebnisse vermeldet werden:

    1. Preis: Bundesinstrumentenorchester des Eigenbetriebes Heinrich-Schütz-Konservatorium der Landeshauptstadt Dresden, Leitung: Birgit Pfarr, Ergebnis: 24 Punkte, mit hervorragendem Erfolg teilgenommen.
    2. Preis: Mülheimer Zupforchester
    Leitung: Dominik Hackner
    Ergebnis: 23,6 Punkte, mit hervorragendem Erfolg teilgenommen.
    3. Preis: „Con Favore“ des Mandolinen- und Gitarrenvereins 1923 Wickenrode e.V.
    Leitung: Ariane Lorch
    Ergebnis: 23 Punkte, mit hervorragendem Erfolg teilgenommen.
    3. Preis: Mandolinen und Gitarrenorchester Ötigheim 1924 e.V.,
    Leitung: Dr. Alexander Becker,
    Ergebnis: 23 Punkte, mit hervorragendem Erfolg teilgenommen.
    Norddeutsches ZupfOrchester e.V.,
    Leitung: Maren Trekel, 
    Ergebnis: 22,2 Punkte, mit sehr gutem Erfolg teilgenommen.
    Mandolinenorchester des Wanderclub Edelweiß Dudenhofen e.V.
    Leitung: Jan Masuhr
    Ergebnis: 21,8 Punkte, mit sehr gutem Erfolg teilgenommen.
    Vivaldi Orchester Karlsfeld
    Leitung: Heiko Holzknecht
    Ergebnis: 21,8 Punkte, mit sehr gutem Erfolg teilgenommen.
    Mandolinen- und Gitarrenorchester Empelde von 1927 e.V.,
    Leitung: Friedrich Engelmann,
    Ergebnis: 21,8 Punkte, mit sehr gutem Erfolg teilgenommen.
    Köpenicker Zupforchester e.V.
    Leitung: Lars Straehler-Pohl
    Ergebnis: 21,2 Punkte, mit sehr gutem Erfolg teilgenommen.
    Zupfensemble der Musikschule Erfurt,
    Leitung: Christian Laier,
    Ergebnis: 18,8 Punkte, mit gutem Erfolg teilgenommen.

    Der BDZ-NRW gratuliert ganz herzlich zu diesen tollen Ergebnissen!

  • Konzertreise des JZO NRW vom 21.04. bis 27.04.2025 nach Montepulciano

    Konzertreise des JZO NRW vom 21.04. bis 27.04.2025 nach Montepulciano

    Bericht: Merit Dirksmeier, Gitarre, JZO NRW

    Am 21. April ging es für uns nach der langen Winterpause endlich wieder los. Gemeinsam mit unserem neuen Dirigenten, Luke Pan, und unserer neuen Projektleitung, Kristin Ebner, machten wir uns am Ostermontag auf den Weg nach Montepulciano. 

    Nach zwei vorherigen Probentagen in Duisburg war die Vorfreude umso größer, als es endlich hieß: „Italien, wir kommen!“

    Bei strahlendem Sonnenschein kamen wir am Dienstagmorgen glücklich, wenn auch etwas müde, in Montepulciano an. Nachdem wir unsere WG‘s bezogen hatten, holten einige etwas Schlaf nach, während andere einkauften oder kochten. 

    Am Nachmittag ging es dann in den Palazzo Ricci, wo wir zunächst eine kleine Führung bekamen. Bei dieser Führung erfuhren wir auch, dass „riccio“ das italienische Wort für Igel ist. Aus diesem Grund sind im ganzen Palazzo Igel abgebildet, dies regte einige von uns dazu an, alle Igel zählen zu wollen. 

    Unsere Führung durch den Palazzo endete im „Salone“, dem wunderschönen Saal, in dem wir die nächsten Tage proben durften.

    Anschließend begann dort unsere erste Probe, die zugegebenermaßen noch etwas von der Müdigkeit der langen Busfahrt geprägt war. Daher war es nicht verwunderlich, als wir am Abend alle früh ins Bett gingen.

    Ausgeschlafen und fit starteten wir in den Mittwoch. Entgegen dem Wetterbericht hatten wir schönsten Sonnenschein, der auch unsere folgenden Tage erhellte und unsere Begeisterung für das italienische Eis stärkte. Am Ende unseres Probentages folgte eine Stadtführung. Hier bekamen wir die Möglichkeit, Montepulciano noch genauer kennenzulernen.

    Am Donnerstag folgte ein weiterer erfolgreicher Probentag, an dem sich Stimmproben, Tuttiproben und individuelle Übephasen abwechselten. Abends ging es auf Einladung des Leitungsteams und der Dozierenden zu einem gemeinsamen Abendessen in die WG der Dozierenden. Bei Kniffel, Scharade und leckerer Pasta wurde viel gelacht.

    Unseren ersten Konzertdurchlauf spielten wir am Freitagmorgen. Nach dem gelungenen Durchlauf fuhren wir mit dem Bus nach Siena, einer Stadt in der Nähe von Montepulciano.

    Dort besichtigten wir den Dom zu Siena, der bereits im 13. Jahrhundert erbaut wurde und durch sein Streifenmuster ein Wahrzeichen Sienas ist. 

    Anschließend erkundeten wir bei einer digitalen Rallye die Stadt. Kurz vor unserer Abfahrt kam schließlich doch noch das angekündigte Gewitter und so wurden wir zum ersten und einzigen Mal während unseres Aufenthaltes in Italien nass. 

    Als wir am späten Abend zurückkamen, gingen wir früh schlafen, da am nächsten Tag unser Konzert stattfand. Samstag war dann auch schon unsere letzte Probe. Danach hieß es auch schon Koffer packen und Konzertkleidung anziehen. 

    Um 17 Uhr war es endlich so weit, unser Konzert startete und war ein Erfolg! 

    Zufrieden ließen wir den Abend bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen und starteten um 22 Uhr wieder in Richtung Deutschland. Am Sonntagmittag, den 27.04. kamen wir dann, die eine mehr, der andere weniger, ausgeschlafen in Düsseldorf an. Es hieß Abschied nehmen, bis wir am 18. August in unsere Sommerarbeitsphase starten werden.

     Was bleibt zu sagen, außer #jzoimmergut

  • Bericht “Lets rock the Strings” am 18.05.2025

    Bericht “Lets rock the Strings” am 18.05.2025

    Am Sonntag, den 18. Mai, fand im gut besuchten Konzertsaal im Rhein-Sieg-Forum in Siegburg das „Highlight-Konzert“ mit dem LandesZupfOrchester NRW „fidium concentus“, dem Zupforchester Rheinland-Pfalz und dem Zupforchester der Hochschule für Musik und Tanz Köln (HfMT), Standort Wuppertal, statt.

    Das Konzert wurde gleichfalls per Youtube in einer guten Ton-, aber künftig durchaus verbesserungswürdigen Bildqualität übertragen.

    Wer sich von dem Titel des Konzerts „Let’s rock the strings“ allerdings ein rockiges und poppiges Konzert versprach, sah seine Erwartungen nicht bestätigt. Ein Titel „Let’s play the strings“ oder ähnlich wäre etwas treffender gewesen für die überwiegend aufgeführten zeitgenössischen Stücke.

    Das LandesZupfOrchester NRW „fidium concentus“ unter der Leitung von Christian Wernicke führte zunächst die Sinfonia in C, RV 116 von Antonio Vivaldi in einem Arrangement von Christian Wernicke sowie den Walzer von Moritz Laßmann auf. Diese beiden Stücke spielte das LZO wie in den vergangenen Aufführungen (etwa im April

    und Mai 2024) in gewohnt souveräner und solider Art. Ein wenig Abwechslung wäre für die Zuhörer, die die Auftritte des LZO regelmäßig verfolgen, wünschenswert gewesen.

    Mit der zeitgenössischen Uraufführung Variaciones sobre el canto de todos von Martín Letelier konnte das LZO bei den verschiedenen romantischen und harmonisch auch gewöhnungsbedürftigen und experimentellen Passagen mit percussiven Elementen, einer starken Dynamik, tollen Rhythmen und interessanten Techniken der Tonbildung (einschließlich Summen und Pusten) überzeugen.

    Das ZupfOrchester Rheinland-Pfalz unter der Leitung von José Antonio Zambrano Rivas gab direkt mit dem ersten Stück A Way Home von Valentin Jasper Dicken eine Uraufführung der Extraklasse zum Besten. Das Orchester konnte das Publikum mit der abwechslungsreichen und modernen Komposition des jungen Komponisten komplett vereinnahmen. Sei es mit schwelgenden Melodiebögen in einer romantischen, aber auch modernen Tonsprache, mit einer großartigen und dramaturgischen Dynamik oder mit fulminanten und swingenden Schlagzeugrhythmen. Völlig zu Recht wurde die Uraufführung mit dem stärksten Applaus des ganzen Konzertes belohnt. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Stück trotz seines Schwierigkeitsgrads Eingang in die heimische Orchesterliteratur finden wird.

    In dem zweiten Stück des ZupfOrchesters Rheinland-Pfalz – Coqueta von José Antonio Zambrano Rivas – glänzte die Solistin Lotte Nuria Adler sowohl mit klassischen als auch romantischen Passagen in einer gefühlvollen virtuosen und bravourösen Spieltechnik. – Eine wahre Freude für die Zuhörer!

    Nach der Pause ging es dann mit dem aus Jolina Beuren (Mandoline), Miguel Mandelli (Gitarre) und Yung-Chun Hung (Harfe) bestehenden Trio der HfMT Köln weiter. Die drei Musiker überzeugten mit dem 2021 von David Lipten komponierten Stück Wiretap, das auf 2-Ton-Akkorden mit parallel gespielten Metren basiert. Obwohl es sich um eine überaus anspruchsvolle Komposition handelte, verstand sich das Trio auf eine exakte und überzeugende Darbietung. Kompliment!

    Das Zupforchester der HfMT Köln versetzte das Publikum mit der von Jimmy Kachulis komponierten Uraufführung Whirling Dervish zunächst in ein wundervolles „Orient-Feeling“, insbesondere auch Dank des Einsatzes eines in neueren Kompositionen immer häufiger eingesetzten und in der jüngsten Vergangenheit leider oftmals „vergessenen“ Mandoloncellos. Schön ausgewogen und akzentuiert folgte dann Tango y Baiao von Ivan Božičević.

    Das Gesamtorchester – bestehend aus allen Beteiligten und damit rund 60 Musikern (!) – gab zunächst unter der Leitung von Christian Wernicke die Uraufführung A Baker’s Tale von David Jason Snow zum Besten mit einem einheitlichen homogenen ersten Satz sowie mit von Lotte Nuria Adler und Jeanette Mozos del Campo dargebrachten galanten Soloeinlagen im zweiten Satz und einem tänzerischen und lebhaften dritten Satz als Finale.

    Bei dem unter der Leitung von José Antonio Zambrano Rivas aufgeführten Schlussstück Danse Macabre von Camille Saint-Saënts in einer Bearbeitung von Christopher Grafschmidt konnte das Gesamtorchester seine geradezu symphonischen Möglichkeiten in einem schwungvollen Walzertempo zur Freude der Zuhörer voll ausschöpfen.

    Insgesamt ein tolles Konzert, das sicherlich allen Beteiligten lange in Erinnerung bleiben wird!

  • Zupfer-Zeltlager 2025 des J-BDZ NRW

    Am 6. & 7. September 2025 in Dinslaken

    Auf geht’s in die nächste Runde…

    Zupfen? – Klar!!! Zusammen spielen, jammen, neue und alte Freunde treffen und dazu viel Spaß haben! In diesem Jahr veranstaltet der J-BDZ wieder den bereits bewährten Workshop verbunden mit einem Zeltlager:

    J-BDZ GOES CAMPING!!!

    Mit den DozentInnen Marlene Mendler, Franzisca Nauen und Cedric Meysing werden Arrangements von bekannten und unbekannten Liedern eingeübt und am Ende präsentiert. Zusätzlich werden verschiedene kleine Workshops angeboten, damit jeder Spieler – ob beginnend oder fortgeschritten – Neues erlernt und sich richtig austoben kann.

    Mitmachen können Kinder ab 8 Jahren, die Freude am gemeinsamen Musizieren haben und Lust haben, einmal etwas anderes als die gewohnte Orchesterliteratur oder das Unterrichtsmaterial zu spielen. Ihr braucht neben euren Instrumenten nur ein Zelt, eine Zahnbürste, einen Schlafsack und eine Isomatte und schon kann es losgehen! Für Eure Instrumente gibt es natürlich eine verschließbare Unterbringungsmöglichkeit.

    Beginnen wird der Workshop am Samstag um 11.00 Uhr, das Ende ist am Sonntagnachmittag. Um 14.00 Uhr gibt es eine Abschlusspräsentation für Eltern, Familie und Freunde. Die Teilnahmegebühr beträgt 40,- Euro und beinhaltet neben den Kosten für Workshop, Übernachtung & Verpflegung auch noch jede Menge Spaß.

    Der Beitrag muss bis spätestens zum 31.08.2025 auf das folgende Konto überwiesen werden:

    Inhaber: BDZ-NRW
    IBAN: DE14 3565 0000 0 430 1212 02
    BIC: WELADED1WES
    Niederrheinische Sparkasse RheinLippe
    Verwendungszweck: Zeltlager 2025 + Name

    Der Workshop findet statt im:

    Barmingholtener Vereinshaus
    Sterkrader Straße 14
    46539 Dinslaken-Barmingholten

    Bitte meldet euch bis zum 31.08.2025 per Mail an cedric.meysing@bdz-nrw.de an und teilt uns neben Namen, Alter, Adresse, Kontaktdaten, ggf. Allergien/Besonderheiten auch mit, welches Instrument ihr spielen wollt und ob ihr ein eigenes Zelt mitbringt oder einen Schlafplatz benötigt

    Wir freuen uns auf euch!

  • Highlight Konzert “Let’s Rock The Strings”

    Neues für Zupforchester

    Wir laden herzlich ein, das Konzert des Kooperationsprojektes „Let’s Rock The Strings – Neues für Zupforchester“ zu erleben, das am Sonntag, den 18. Mai 2025, um 17:30 Uhr im Rhein Sieg Forum in Siegburg stattfindet.

    In diesem besonderen Konzert treten das Landeszupforchester NRW, das Zupforchester Rheinland-Pfalz sowie Studierende der Hochschule für Musik und Tanz Köln auf. Auf dem Programm stehen unter anderem sechs Werke, die an diesem Abend zur Uraufführung kommen und die Vielfalt und Innovationskraft der Zupfmusik unterstreichen.

    Das Konzert bietet eine einmalige Gelegenheit, die kreative Zusammenarbeit dieser herausragenden Musiker*innen und die Premiere neuer Kompositionen zu erleben. Der Eintritt ist frei. Das Konzert wird live auf YouTube übertragen, damit auch Interessierte, die nicht vor Ort sein können, teilhaben können.

    Live Stream URL: https://www.youtube.com/live/tNMwQvxSv08

    Weitere Infos gibt es hier: https://www.letsrockthestrings.de

  • 62. Landeswettbewerb Jugend musiziert

    vom 21. bis 25. März 2025 in Essen

    Fast 1100 junge Musikerinnen und Musiker werden sich beim 62. Landeswettbewerb Jugend musiziert in Essen treffen, um sich musikalisch zu messen; Spaß zu haben und die Säle zum Klingen zu bringen.

    Für Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Jurorinnen und Juroren und auch für das Organisationsteam bietet die Stadt Essen beste Rahmenbedingungen. Die Folkwang Universität der Künste in Essen-Werden, die Folkwang Musikschule in der Weststadt und die „Gute Stube“, die Philharmonie Essen, bieten mannigfaltige Möglichkeiten für Musik und Austausch aller jungen Musikerinnen und Musiker.

    Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die zwischen 10 und 25 Jahre alt sind, haben sich in den Wettbewerben der 24 nordrhein-westfälischen Regionen in den Solowertungen Streichinstrumente, Pop-Gesang, Akkordeon und Schlagzeug und in den Ensemblewertungen Bağlama-Ensemble, Klavierkammermusik, Harfen- und Zupfensemble, im Duo Klavier mit Blasinstrument sowie im Ensemble für Alte Musik qualifiziert. Erhöhte Aufmerksamkeit verdient die Kategorie „Jumu Open“, ein Showcase, was sonst noch geht, wenn man jung und musikalisch kreativ ist.

    Die Wertungen sind öffentlich und beginnen am Freitag, den 21. März. Der Wettbewerb endet am Dienstag, 25. März. Fachjurorinnen und -juroren aus den Bereichen Hochschule, Musikschule, Schule und Rundfunk/Medien werden die einzelnen Leistungen bewerten. Der Eintritt ist bei allen Veranstaltungen frei.

    Besonderes Highlight: Das Konzert der Jüngsten am 23. März, 19.30 Uhr, im RWE Pavillon der Philharmonie Essen.

    Die Besten des 62. Landeswettbewerbes nehmen vom 5. bis 11. Juni am Bundeswettbewerb teil, der in diesem Jahr in Wuppertal stattfindet. Der Wettbewerb Jugend musiziert NRW steht unter der Schirmherrschaft der Ministerin für Kultur und Wissenschaft NRW und wird regelmäßig vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützt und seit der ersten Stunde von den Sparkassen gefördert. In diesem Jahr fördert auch die Stadt Essen den Landeswettbewerb.

    Alle Infos inklusive aller Vorspielprogramme finden sich unter www.jugend-musiziert.org